Die Weine
Bereits früher wurden die Weine der Landskronreben geschätzt, wie z.B. In einer vom Vogtschreiber zu Dorneck 1645 verfassten Beschreibung von Flüh steht: „Gleich daroben ligt angeregte Vestung Landtscronnen, allda es einen grossen Rebaker gibt so den besten roten Wein in selbiger Revier ausgibt“. (Ernst Baumann, Vom solothurnischen Leimental 1980, Seite 29, Verlag G. Krebs AG, Basel).
Nach dem Rückgang der europäischen Reben durch die eingeschleppten Krankheiten Mehltau und Reblaus wurden die noch wenigen vorhandenen Rebparzellen vorwiegend mit resistenten Hybridreben bepflanzt, die keinen guten Wein ermöglichen. Zudem mussten die Trauben wegen der auftretenden Fäulnis vor der Reife gelesen werden, was zum Ausdruck „e Suure“ führte. Dieses Wort ist auch heute noch in vielen Köpfen vorhanden, trotz der Erfolge von Weinen aus unserer Region bei Weinprämierungen. Von der Landskron erhielten in neuerer Zeit verschiedene Weine Auszeichnungen, so der rote und weisse Wein von Ambros Thüring, Weinbau, Ettingen, aber auch der Pinot gris von Peter Nussbaumer.
Die Schweizerweine erlebten in den letzten Jahren einen gewaltigen Qualitätssprung, begründet in der verbesserten Ausbildung der Winzer durch die staatlichen Forschungsinstitute und Fachhochschulen. Wichtige Beiträge sind auch die Mengenbeschränkung und die staatliche Lesekontrolle. Ein AOC-Testat erhalten nur Weine, die diese Vorgaben erfüllen und einen vorgeschriebenen Zuckergehalt erreichen. Durch die bessere Kontrolle der Mikroorganismen, die die Trauben-Fäulnis auslösen, ist es heute möglich vollreife Trauben gesund lesen zu können.
Ein Zeugnis, dass es sich lohnt den einen oder anderen Wein aus unserem Angebot zu konsumieren. Die Landskronreben ergeben bei einem guten Jahrgang ca. 16‘000 Flaschen Wein. Da besteht sicher eine Möglichkeit den einen oder anderen zu versuchen. Die Rebleute werden sich an jedem Interesse freuen.
Zwei Hobby-Winzer, Patricia Tissot und Urs Furger keltern ihre Trauben selber (Selbstkelterer). Beide haben sich die Kenntnisse in einem Kurs angeeignet. Selbstkelterung ist eine anspruchsvolle Tätigkeit, die gewürdigt werden sollte. Warum nicht einmal ihr Ergebnis degustieren.
Die übrigen Hobby-Winzer übergeben ihre Trauben einem der Profibetriebe unserer Region, die regelmässig Auszeichnungen für ihre Weine erhalten. Wo liegen da die Weine unserer Hobby-Winzer? Warum hört man praktisch nie von einer Auszeichnung?
Die meisten haben noch nie an einer Weinprämierung teilgenommen. Ein Hindernis sind die Kosten, denn die Weine werden natürlich nicht gratis kontrolliert. Dazu kommt oft die verlangte Menge des vorhandenen Flaschenvorrates. Aber vielleicht nimmt einmal eine Gruppe diesen Aufwand in Kauf.
Zum Preis: Das Sprichwort „Was nichts kostet, ist nichts wert!“ hat auch seine Gültigkeit bei unseren Weinen. Zudem, in der Schweiz ist der Arbeitsaufwand durch die kleineren und vielfach steilen Parzellen etwa doppelt so hoch wie im Ausland. Dazu kommen noch die höheren Löhne. Beim Hobbywinzer fallen diese weniger in Berechnung, da er die Arbeit nich kalkuliert. Doch heute wird vielfach ein wesentlicher Teil der Arbeiten durch Profi erledigt wie z.B. die Kelterung oder die Behandlung der Reben gegen die Pilzkrankheiten wie Mehltau und Botrytis.
Der Rebbau bei uns kam dank der Leidenschaft der vielen Hobby-Winzer zur heutigen Belebung und Verbreitung. Alte Reblagen wurden wieder neu belebt. Es ist ein Hobby aus Freude und Leidenschaft. Ein Gewinn resultiert dabei nicht, auch wenn die Weine teurer sind als die ausländischen Billigweine im Handel.